Die Wiener Hexe
Die Zahl der Opfer, die in Europa als angebliche Hexen auf dem Scheiterhaufen landeten, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Man schätzt, dass rund 30.000 bis 60.000 Menschen als "Hexen" zu Tode
gebracht wurden.
Verfolgungen von Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer
Traditionen betrafen nicht nur Hexen. Genau genommen waren die Verfolgungen von
angeblichen Hexen oft gar keine Verfolgungen wegen des Glaubens, auch wenn dieses Motiv oft vorgeschoben wurde. Es handelte sich schlicht und einfach um
Aberglauben bzw. standen hinter vielen Anklagen ganz niedrige Motive: Neid,
Geldgier, Zurückweisung von Männern (oft sogar Geistlichen) durch die von ihnen
begehrten Frauen.
Manchmal war es auch nur Naivität, die aus dem Unwissen der
Menschen heraus entstand. Alles, was man sich nicht erklären konnte, fand
Interpretationen im Mystischen oder Unheimlichen. Kurz: Es konnte nicht mit
rechten Dingen zugehen, und dunkle Mächte mussten ihre Hand im Spiel haben.
Im Gegensatz zu anderen Regionen des heutigen Österreichs fanden in Wien nur wenige "Zaubereiprozesse" statt. Ein einziger davon endete mit der Verbrennung der angeblichen
Hexe Elisabeth Plainacher. Während dieser Führung wird nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern auch die mehr als wahrscheinlichen Motive, die zum Prozess und letztendlich ihrer Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen führten.
Termine
Treffpunkt: 1., Judenplatz, vor dem Lessing-Denkmal
Guide
Christa Bauer
Telefon: +43 664 5839466
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